Westernreiten: Was versteht man unter Pleasure-Disziplin?
Als Pleasure-Disziplin bezeichnet man eine Disziplin im Westernreiten-Tuniersport.
Der Name dieser Prüfung soll schon etwas aussagen, nämlich das diese, Vergnügen und Freude machen
soll. Im Vordergrund steht das Pferd in seinem gesamten Erscheinungsbild. Nach den individuellen Vorgaben
des Richters sollen die Pferde in einer Gruppe, an losen Zügeln, möglichst gelassen und entspannt, die drei Grundgangarten:
Walk (Schritt), Jog (Trab) und Lope (Galopp) in fließenden Übergängen, vorstellen.
Die Kopfhaltung des Pferdes sollte natürlich wirken in seiner waagerechten Haltung. Die Tempowechsel
weich und fließend präsentiert werden.
Auch eine große Rolle bei der Bewertung spielt das Gesamtbild von Reiter und Pferd. Keinesfalls sollte
das Pferd bei der Materialprüfung den Eindruck von Einschüchterung erwecken, sondern Spaß und Freude an
der jeweiligen Aufgabe zeigen.
Vom Reiter ist allerhöchste Konzentration erfordert, wenn er mit seinem Pferd, für den Zuschauer fast unsichtbar, mit feinen Hilfen, die verschiedenen Gangarten vorführt.
Eine weitere Aufgabe beim Western Pleasure ist das Back up (Rückwärtsgehen).
Das Pferd soll dann ganz ohne Widersatz oder zögern, sich in gerader Linie, entweder in der Mitte der Arena
oder am Rand entlang, rückwärts bewegen.
Durch die verschiedenen Größen der Tiere und der dadurch unterschiedlichen Geschwindigkeiten beim Tunier,
ist es erlaubt das die größeren Pferde die kleineren überholen, ohne jegliche Bestrafung.
Dem Zuschauer bleibt verborgen, das die augenscheinliche Mühelosigkeit mit kaum sichtbaren Kommados des Reiters und den entspannten und eleganten Vorführungen der Pferde bei diesem Wettbewerb, knallhartes Training und enormes Einfühlungsvermögen erforderlich ist.
Nicht jedes Pferd ist für das Western Pleasure geeignet. Die verschiedenen Übungen müssen mit viel Geduld und Gefühl liebevoll erlernt werden. Der Reiter muß sein Pferd motivieren und trainieren bevor er dann endlich sein Pferd für eine Pleasure-Disziplin anmelden kann.
Nichtsdestotrotz sollten die Reiter mit ihren Pferden, mit viel Spaß und Freude am Western Pleasure mit Vergnügen teilnehmen! Nur dann macht das Pferd den gelassenen und entspannten Eindruck der für dieses
Tunier an allererster Stelle steht.